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Weinstube mit Tradition

Woher kommt der Name „Schreinerei“? Die Antwort ist ganz einfach: Irgendwann in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts richtete der Cannstatter Schreinermeister Wagner in der damaligen Mühlgasse 4 im ersten Stock einen „Besen“ ein, in dem er eigenen Wein ausschenkte. Im Erdgeschoß wurde gesägt, gehobelt und geleimt, oben wurden Viertele geschlotzt, gevespert und über Gott und die Welt debattiert.

Die „Schreinerei“ war bald ein Begriff, auch in der nahen Residenz Stuttgart. 1894 übernahm der oWeingärtner Karl Bauer mit seiner jungen Frau Marie die Wirtschaft. Es wurde nun nicht mehr geschreinert, sondern nur noch gekocht und Wein ausgeschenkt.

Nach dem viel zu frühen Tod ihres Mannes musste die junge Wirtin das Lokal alleine weiterführen und zudem ihre drei kleinen Kinder versorgen. Bewundernswert, wie sie 50 Jahre zum Wohl ihrer Gäste in der „Schreinerei“ als Chefin wirkte. Sie arbeitete weiter mit, als ihr Sohn Rudolf mit seiner Frau Berta die Verantwortung übernahm. Auch Rudolf Bauer war natürlich Weingärtner, und seine Berta machte die besten Rostbraten weit und breit.

1944 wurde das Haus nach einem alliierten Fliegerangriff ein Raub der Flammen. Aber gleich nach dem Krieg begannen Rudolf und Berta die Trümmer zu beseitigen und ihre „Schreinerei“, wenn auch nur mit einem einstöckigen Aufbau mit Leben zu erfüllen. Die alten Gäste kamen wieder und viele neue gesellten sich zu ihnen. Man ging wieder in die „Schreinerei“.

Die Bauers hinterließen eine Tochter, die Lore, die immer fleißig in der Weinstube mitgeholfen hat. Sie war dabei, wenn die Narrenzunft der Kübler aufkreutzte oder wenn der unvergessliche Stuttgart Oberbürgermeister Arnuf Klett zu den Sitzungen im „kleinen Rathaus“ kam.

In der „Schreinerei“ fand so viel statt, ganze Vierteleslegenden ranken sich um sie. 1992 entschloss sich Lore Bauer, längst Frau des Bad Cannstatter Bauingenieurs Karl Epple, zu einer Renovierung. Nach neunmonatiger Bauzeit wurde die Weinstube wieder eröffnet. Inzwischen haben die Kinder von Lore Epple geb. Bauer das Wirtszepter in 4. Generation übernommen und pflegen die Tradition wie eh und je.